Umweltbildung
Umweltschule in Europa - Wir nehmen teil!
"Umweltschule in Europa" ist ein internationales Programm, das
es Kindern ermöglichen soll, an der aktiven Umweltgestaltung
mitzuwirken.
Die Grundschule Parsau nimmt mit den Themen "Nisthilfen für Insekten"
und "Mülltrennung – Müllreduzierung" an der Ausschreibung teil.
Im Verlauf des Projektzeitraumes von zwei Jahren soll in der
Schule ein Konzept für mehr Umweltverträglichkeit umgesetzt werden,
das dokumentiert wird. Mit der Dokumentation kann sich die Schule
um die Auszeichnung bewerben. Ein Gutachterteam stellt fest, ob
die gesetzten Ziele erreicht und die Kriterien erfüllt wurden.
Dann erhält die Schule eine Flagge und eine Urkunde und ist
berechtigt, den Titel "Umweltschule in Europa" zu führen.
Dieser Titel ist bezogen auf den Teilnahmezeitraum und muss,
mit neuen Zielen, stetig neu erworben werden.
Wir haben inzwischen dauerhafte Bausteine im Schulprogramm verankert.
Schwerpunkt unseres Schulprogramms ist "Umweltbildung – Lebensraum Schule":
Umweltthemen sind zusätzlich, speziell bezogen auf die Gegebenheiten vor
Ort, in die Pläne der einzelnen Fächer integriert worden.
Unsere Schüler haben Umweltmappen, in denen sie mit Hilfe von Büchern,
Infomaterial, Umweltkarteien, Erkundungen im Internet und auf dem
Schulgelände nach einem Arbeitsplan selbständig Umweltthemen
bearbeiten und darstellen. Am Ende des Schuljahres werden die
gelungensten Mappen prämiert.
Unser Engagement ist auch zu finden unter: www.klimaschutzschulenatlas.de
(Auf der sich öffnenden Seite bei der Schulsuche rechts den
Suchbegriff "Grundschule Parsau" eingeben, dann gelangen
Sie zu unserem Beitrag).
Am 24. April 2009 fand unser erster "Umwelttag" statt.
Die Jahrgänge 1 und 2 sammelten Müll, sortieren und wogen ihn.
Der Jahrgang 3 besichtigten das Klärwerk in Brackstedt.
Der Jahrgang 4 machte unter Führung von Herrn Sievertsen,
Umweltbeauftragter in der SG Brome, eine Erkundungstour in das
Naturschutzgebiet "Drömling".
Wir nehmen an der "Aktion Klima" teil!
"Aktion Klima" ist ein vom Bundesumweltministerium
gefördertes und vom BildungsCent e.V. unterstütztes
Programm, das den Klimaschutz an Schulen fördern will.
Die Sensibilisierung für Umwelt- und Klimaschutz soll in
den Schulen umgesetzt werden.
Durch die Teilnahme an der "Aktion Klima" haben wir eine
Klimakiste erhalten, die speziell für Grundschulen anschauliche
Messgeräte und Experimentierkästen zur Ermittlung des CO2–Verbrauchs
enthält.
Unsere Klimaschutzaktionen:
- Verwendung von Steckerleisten mit Schaltern
- Schülergruppen (Umweltwarte) kontrollieren das Ausschalten
der Beleuchtung und der Geräte, das Stoßlüften und andere
Aktionen
- Wir wollen ein optimales Heiz- und Lüftverhalten fördern:
Temperaturmessungen, Bewertungen, Richtwerte für Raumtemperaturen
beachten, Messprotokolle
- Wassersparmaßnahmen erarbeiten und umsetzen
Schule als Lebensraum
Parsau liegt am Westrand des Naturschutzgebiets "Drömling",
eines Moorgebietes, das 2002 zum Naturschutzprojekt erklärt wurde.
Ziel ist es, den Wasserstand langsam wieder zu heben, um die Sümpfe,
Feuchtwiesen, Bruch- und Auenwälder zu erhalten bzw. wiederherzustellen.
Das Leben im Moor hängt davon ab, dass es genügend Wasser gibt.
Fischotter, Biber, Kraniche, Störche, Graureiher leben hier und viele
andere Tier- und Pflanzenarten, die bedroht sind und nur noch selten
vorkommen.
Die Schüler erfahren und erleben hier den Reichtum dieses
Naturschutzgebietes.
Schülergruppen untersuchen mit Unterwasserlupen das Wasser in den
Gräben und bestimmen Pflanzenarten. Experten vom Naturschutzbund bzw.
Vereins "Aktion Drömling Schutz" erkunden mit den Schülern das
"Kleine Giebelmoor" in der Nähe von Kaiserwinkel, dem Nachbarort.
Das Thema "Lebensraum Moor" im Fach Sachunterricht vertieft die Kenntnisse
und Erfahrungen zu diesem Thema.
Mit einer "Arbeitsgemeinschaft Garten" nutzen wir den Schulgarten, um Pflanzen zu ziehen und zu bestimmen. Die Schüler lernen die Gartenpraxis kennen und erleben die Natur mit allen Sinnen. Inzwischen ist eine Kräuterspirale entstanden, die den Schülern deutlich machen kann, dass für Pflanzen unterschiedliche Standortbedingungen zu beachten sind. Geplant ist der Bau eines Hochbeets.
Der Schulteich dient der Beobachtung der Wasserpflanzen und der Entwicklung der Teichbewohner. Zur Sachkundeeinheit "Leben am Teich" werden praktische Versuche und Experimente durchgeführt.
Wir gestalten das Schulgelände als Lebensraum für Vögel und bieten Insekten auf mehreren Etagen Nistmöglichkeiten mit unserem Insektenhotel, um bedrohte Wildbienen und andere Solitärinsekten zu schützen. Wir schaffen vogelfreundliche Angebote mit speziellen Nistkästen, Gehölzen, unterschiedlichen Pflanzenarten mit hohem Fruchtstand sowie Reisig und Laub in den Ecken als Unterschlupf für Kleinstlebewesen.
Die Schüler lernen neben verschiedenartigen Nistkästen auch andere künstliche und natürliche Möglichkeiten kennen, Vögeln Schutz und Unterkunft zu bieten.
Unser Insektenhotel
Unser Insektenhotel wird genutzt, um gezielt und regelmäßig Beobachtungen durchzuführen, aber auch, um bedrohte Insektenarten wie die Wildbiene zu schützen und darüber zu informieren.
Unterschiedliches Füllmaterial in den einzelnen Gefachen, wie Ast- und Stammscheiben, Gitterziegel mit Hohlräumen, Schilfrohr und Lehmfüllungen tragen dazu bei, den ganz speziellen Ansprüchen der Solitärinsekten gerecht zu werden.
Panik und Angst vor Bienen und Wespen wird abgebaut, denn diese Solitärinsekten können mit ihrem Stachel menschliche Haut nicht durchdringen. Mensch und Insekt - das soll kein gespanntes Verhältnis mehr sein. Die Schüler finden Gelegenheit zu Langzeitbeobachtungen, legen Steckbriefe für unterschiedliche Arten von Insekten an und werden vielleicht angeregt, auch zu Hause kleine Nisthilfen anzulegen.
Die Kräuterspirale - verschiedene Standorte auf kleinstem Raum
Der Schulgarten ist um ein Angebot reicher - eine Kräuterspirale ist entstanden.
Nachdem der optimale Standort festgelegt war, das Baumaterial zusammengetragen und der Grundriss markiert war, ging der Hausmeister der Grundschule Parsau, Rüdiger Irmscher, mit Unterstützung von B. Mindermann an die Arbeit.
Nachdem eine Drainageschicht angelegt war, wurde Bauschutt kegelförmig im Inneren der Spirale ausgekippt und gut verdichtet. Spiralförmig musste nun die Trockenmauer aufgeschichtet werden. Am Fuß der Spirale wurde ein kleiner Teich angelegt und schließlich konnte die Kräuterspirale, in Zonen abgeteilt, unterschiedlich befüllt werden. Ein festgelegtes Mischschema zur Befüllung der Kräuterspirale, bestehend aus Sand, Erde, Kompost und Gartenerde, musste eingehalten werden.
Die Anbaufläche auf der Kräuterspirale lässt sich in Zonen aufteilen, denn das Besondere ist die Kombination ganz unterschiedlicher Standorte auf kleinstem Raum. In der oberen, trockenen Zone mit sandigem Boden, wo das Regenwasser schnell abfließt, wachsen Mittelmeerpflanzen wie Thymian, Lavendel und Salbei. Heimische Pflanzen wie Schnittlauch, Dill u. a. wachsen in der mittleren Zone auf einem Boden mit Kompostanteil. In der unteren, feuchten Zone mit komposthaltigem Gartenboden findet man Pflanzen wie Zitronenmelisse, Pfefferminze und Waldmeister. In der Wasserzone am Fuß der Kräuterspirale kann die Brunnenkresse wachsen.
Die Kombination dieser unterschiedlichen Standorte auf kleinstem Raum in Form dieser Kräuterspirale ist die geniale Idee des Australiers Bill Mollison, der 1981 für sein Konzept der Permakultur den Alternativen Nobelpreis bekam.
Mit der Form, Art und Funktion der Kräuterspirale lernen die Schüler auf praktische Art Wesentliches über die Entwicklung und die Standortbedingungen von Pflanzen. Insekten, Würmer, Molche u. a. werden sich einfinden und ein Biotop entstehen lassen, dass Schüler durch Langzeitbeobachtungen erkunden werden.
Nisthilfen für Fledermäuse
sind Fledermaushöhlen, die an lichten Stellen ganz oben im Baum auf dem Schulgelände angebracht sind.
In Parsau sind noch Fledermäuse zu finden, die Nistmöglichkeiten werden aber immer mehr eingeschränkt.
Die Schüler lernen, dass man Angebote dieser Art schaffen kann. Außerdem erfahren sie, dass Fledermäuse sich ausschließlich von Insekten ernähren, die nur nachts fliegen. Daher sind sie keine Konkurrenz für die Vögel.
Zum Überwintern verlassen sie die Fledermaushöhlen und suchen ihre frostfreien Winterquartiere auf, um Winterschlaf zu halten.
Wir schaffen vogelfreundliche Angebote mit speziellen Nistkästen, Gehölzen, unterschiedlichen Pflanzenarten mit hohem Fruchtstand sowie Reisig und Laub in den Ecken als Unterschlupf für Kleinstlebewesen.
Die Schüler lernen neben verschiedenartigen Nistkästen auch andere künstliche und natürliche Möglichkeiten kennen, Vögeln Schutz und Unterkunft zu bieten.